Als Best Practice-Beispiel für regionale und grenzüberschreitende Innovationsförderung im Bereich der Schlüsseltechnologien wurde der Cluster NanoMikroWerkstoffePhotonik.NRW am vergangenen Mittwoch im Rahmen einer Vor-Ort-Besichtigung von den Projektpartnern des InterregEurope-Projekts „KISS ME“ besucht. Der Besuch war jedoch mehr als nur ein „Best-Practice-Beispiel“ aus NRW – mit „STEPHANIE“, „NMP-REG“ und „KISS ME“ haben sich erstmals alle drei Interreg Europe-Projekte mit Beteiligung aus NRW zu einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch in Bezug auf Innovation getroffen. Die drei Projekte geben wichtige strategische Impulse für die Ausgestaltung zukünftiger Entwicklungen in den beteiligten Regionen Europas.

Im Zentrum des Interesses standen neben den allgemeinen Cluster-Aktivitäten auch das Deutsch-Niederländische Projekt „ROCKET“. Sowohl Frau Ilka Meisel vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen als auch Herr Paul Schilderink vom niederländischen Ministerie van Economische Zaken en Klimaat, beide Verantwortliche erster Stunde für das Interreg V A-Programm „INTERREG DEUTSCHLAND NEDERLAND“, lobten den großen Erfolg und den Effekt auf die deutsch-niederländische Grenzregion, den die Projektpartner mit dem Projekt „ROCKET“ erzielen konnten. Dementsprechend groß war auch das Interesse der internationalen KISS ME-Partner und Stakeholder aus Frankreich, Nord-Spanien, Schweden, Norwegen und Ungarn.

Besonderer Gast der Veranstaltung war Herr Balázs Szegner, Generalkonsul von Ungarn, der persönlich die ungarischen Partner des Projektes KISS ME in Düsseldorf begrüßte. Mit großem Interesse am Projekt betonte er, wie wichtig seinem Land die Beteiligung an europäischen Kooperationsprojekten ist. Um den Europäischen Gedanken und die Zusammenarbeit in Europa weiter zu stärken, bot er seine Unterstützung zur Anbahnung und Intensivierung von weiteren Kooperationen zwischen Ungarn, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen an.

Da die InterregEurope-Projekte aus den Bereichen „SME Competitiveness“ und „Research & Innovation“ stammten, war der Erfahrungsaustausch besonders spannend und die Vernetzung für zukünftige gemeinsame Projekte von höchstem Interesse. Insgesamt war das Treffen für alle beteiligten Personen ein voller Erfolg.

Über die Projekte des Clusters NMWP.NRW

„ROCKET“ steht für RegiOnal Collaboration on Key Enabling Technologies und fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im deutsch-niederländischen Grenzgebiet zwischen Nordsee und Niederrhein zur Stärkung von Forschung, technologischer Entwicklung und Innovation. Im Fokus stehen Schlüsseltechnologien (KET, Key Enabling Technologies) wie Nanotechnologie, Mikrosystemtechnik, Mikro- und Nanoelektronik, innovative Materialien und Werkstoffe sowie Photonik. Dieses Projekt wird im Rahmen des INTERREG-Programms von der Europäischen Union und den INTERREG-Partnern finanziell unterstützt.

„STEPHANIE“, gefördert von Interreg Europe mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE), steht für Space TEchnology with Photonics for market and societal challenges. Das Projekt analysiert das Potenzial regionaler Politikinstrumente mit dem Ziel, Erkenntnisse aus der Weltraumforschung für die Entwicklung von Produkten mit einem großen Marktpotenzial nutzbar zu machen, die insbesondere die Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen adressieren. Dazu hat sich ein Projektkonsortium mit insgesamt acht Partnern aus Italien (Lead Partner), Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und der Tschechischen Republik gebildet. STEPHANIE konzentriert sich vor allem auf Erdbeobachtungstechniken aus dem Weltraum und in diesem Kontext auf Technologien aus dem Bereich der Photonik, eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien der EU. Raumfahrttechnologien auf Basis der Photonik werden als ein Bereich europäischer industrieller Schlüsselkompetenz betrachtet. Beispiele für innovative Technologien umfassen optoelektronische Sensoren zur Satellitenüberwachung; Teleskope, Satelliten-Antriebssysteme und Systeme zum gesteuerten Wiedereintritt, Lagesensoren und Fernerkundungstechnologien ergänzt durch Erdvermessungstechniken.

Das Interreg Europe-Projekt „NMP-REG“ (Delivering Nanotechnologies, Advanced Materials and Production to Regional Manufacturing) startete am 1. April 2016 und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Das Projektkonsortium umfasst sieben Partner aus den fünf europäischen Regionen Toskana/Italien, Flandern/Belgien, Norte/Portugal, Bukarest/Rumänien und Nordrhein-Westfalen. NRW ist im Konsortium durch den Cluster NMWP.NRW vertreten. NMP-REG wird mit Fördermitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt.